Klärung des Schadstoffursprungs mit intrasense®

Zwischen einer Altablagerung und einem abstromig benachbarten ehemaligen Chemikaliendepot, gelegen in der Niederterrasse des Rheins in der Nähe von Bonn, lag eine anisotrop verlaufende LCKW-Fahne vor. Trotz abgeschlossener P&T-Sanierung wurde ein Wiederanstieg der LCKW-Konzentrationen beobachtet, der nicht eindeutig der Altablagerung oder dem Chemikaliendepot zugeordnet werden konnte.

Intrapore wurde daher von einem der beteiligten Sanierungspflichtigen, einem großen Chemiehandelsunternehmen, beauftragt eine intrasense®-Standorterkundung durchzuführen, um ein präziseres Verständnis für die Anisotropien am Standort zu erlangen. Dazu wurden insgesamt 84 Strömungsmessungen in 17  Grundwassermessstellen durchgeführt, verteilt über zwei Messkampagnen, um den Einfluss zeitlich bedingter Strömungsdynamiken bei den wichtigsten Messstellen zu berücksichtigen.

Der Untergrund des Standortes wies einen heterogenen Aufbau, geprägt von sandigen Kiesen auf einer Basis von tertiärem Feinsand auf. Die tertiäre Basis war dabei über den Standort in z.T. sehr unterschiedlichen Tiefen erbohrt worden. Anhand der verfügbaren Bohrprofile wurden vier Haupthorizonte identifiziert, weshalb die Messhorizonte über diese Haupthorizonte verteilt wurden, vorausgesetzt der Messstellenausbau erlaubte dies.

Die Strömungsmessungen wurden mit der IntraSense-Strömungssonde durchgeführt, welche die Verlagerung von natürlich im GW vorkommenden Partikel optisch erfasst und deren Fließrichtung und Durchtrittsgeschwindigkeit misst.

Hierbei stellte sich heraus, dass die Summe aller gemessenen Fließvektoren der regionalen Fließrichtung nach Nordwesten weisen, entsprechend der Grundwassergleichenpläne. Jedoch wurden im Bereich der angenommenen Anisotropie zwei Teilabströme gefunden, welche im Zentrum des Untersuchungsgebietes zusammenfließen und mit Ergebnissen aus vorherigen Untersuchungen übereinstimmten.

Im Bereich der Altablagerung wurden deutlich abweichende Fließrichtungen nach Nordosten bei z.T. sehr hohen Fließgeschwindigkeiten bis zu 20 m/d (im Filterrohr) festgestellt. Diese lassen auf das Vorhandensein von bevorzugten Fließwegen schließen, die z.T. orthogonal zur regionalen Fließrichtung liegen.

Im Abschlussbericht wurden des weiteren geologische, hydrogeologische und historische Karten ausgewertet und Pegelverläufe des Grundwassers und des nahen Rheins berücksichtigt.

Abschließend eröffneten die Messungen eine weitere Ebene an Detail-Daten, welche die Validierung einer der diskutierten Hypothesen und außerdem die Veranschaulichung eines stark anisotropen Fließverhaltens im Lockergestein erlaubten.